Chronik

Freiwillige Feuerwehr Burg/Salm

Da, wo die Salm in ihrem Verlauf den östlichsten Punkt erreicht und nach Südwesten in einen engen Taleinschnitt abbiegt, liegt auf der rechten Uferhöhe eines Plateaus der Ort Burg/Salm, etwa 10 km westlich der Kreisstadt Wittlich an der L34/A60. Im „Urkundenbuch“ zur Geschichte der mittelrheinischen Territorien wird „Burk“ 1184 zum ersten Mal erwähnt. Aus diesem Anlass heraus fand vom 19. bis 21. Oktober 1984 die 800-Jahr-Feier mit einem umfangreichen Festprogramm, unter Mitwirkung aller Ortsvereine statt. Bei der Verwaltungsreform 1975 trat Burg mit Niederkail und Landscheid der neuen Mehrortsgemeinde bei. Im April 2005 zählte Burg/Salm 439 Einwohner. Die örtlichen Feuerwehren behielten jedoch ihre Eigenständigkeit.

Am 16.06.1925 rief der Gemeindevorsteher Herr Johann Heinz-Follmann die männliche Jugend von Burg/Salm zu einer Versammlung zusammen. Zweck war die Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr. Einstimmig wurde auch sofort die Gründung beschlossen und es meldeten sich sogleich 34 Mitglieder. Diese Mitglieder wählten sich aus ihrer Mitte einen Brandmeister, Herrn Peter Heinz-Atzor und zum Stellvertreter Herr Peter Krischel.

1925 bekam Burg eine Handdruckspritze, die für eine Mannschaftsstärke ausgerichtet war. Diese wurde 1994 von dem Mühlenbauer Fritz Hubert in ca. 100 Stunden Eigenleistung restauriert und dient heute noch beim „Poltern“ der aktiven Feuerwehrleute.

Nur drei Jahre nach der Gründung der Wehr im Jahre 1928 brannten auf Gut Heeg die gesamten zum Dreschen gelagerten Erntevorräte nieder. 1949 entstand durch einen Futterkesselbrand ein größerer Schaden im Anbau des Anwesens Berthold Eltges. Aus dem Brunnen und der vorhandenen Jauchegrube des ehemaligen Brandmeisters Mathias Follmann, wurde der Brand mit Eimern gelöscht.

1953 wurde die Wehr mit einer motorisierten Tragkraftspritze TS 6 ( 600 l/min ) ausgestattet, die sich zurzeit in Restaurierung befindet.

In der fast 80jährigen Vereinsgeschichte führten folgende Brandmeister unsere Wehr: 1925-1946 Peter Heinz-Atzor, 1946-1955 Mathias Follmann-Oster, 1969-1978 Manfred Schönhofen, er wurde 1978 Wehrleiter der VG Wittlich-Land, 1978-1993 Johann Hubert, seit 1993 Michael Comes.

Einer der größten Einsätze war im Jahre 1957, als in Altenhof das Hofgut des Klosters Himmerod fast völlig abbrannte. Dort war die Wehr ca. acht Tage im Einsatz.

1970 erhielt die Freiwillige Feuerwehr Burg/Salm ein modernes Feuerwehrgerätehaus und im gleichen Jahr ein neues Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF), welches bis im Jahr 2000 eingesetzt war.

Zwei Brände in den Anwesen der alten Burger Mühle sorgten ebenfalls für Aufregung. 1952 der Brand im Wirtschaftsgebäude und 1975 der Brand im alten Sägewerk. Während die Feuerwehr Burg/Salm sich im Jahre 1986 auf einem viertägigen Ausflug befand, verwüstete ein Ölofenbrand die Wohnung eines Feuerwehrkameraden. Dank des guten Einsatzes der Nachbarwehr Landscheid konnte Schlimmeres verhindert werden.

Rechtzeitige Alarmierung verhinderte 1991 einen Brand „größeren Ausmaßes“, als der Holzschuppen der Familie Follmann in Flammen aufging. Dieser befand sich genau zwischen den Gaststätten Follmann und Thiel. 1997 vernichtet ein Holzofenbrand die Innenräume des unter Denkmalschutz stehenden Hauses „Regina Schumacher“. Zu einem Wohnhausbrand im Jahre 1999 in Landscheid wurde die FF Burg zur Unterstützung deren Atemschutzgeräteträger und zur Abschirmung des Nachbarhauses nachalarmiert. Am 30. Mai 2000 wurde die FF Burg zu einem Brand in einer Wohnung alarmiert. Hier konnte mittels Innenangriff der Brand schnell unter Kontrolle gebracht werden.

Für eine kurze Zeit bekam im Jahre 2000 Burg ein neues TSF. Im Jahre 2002 wurde das neue Fahrzeug gegen ein gebrauchtes Löschgruppenfahrzeug (LF16/ T) ausgetauscht. Das Löschgruppenfahrzeug ist mit einer vom Fahrzeugmotor angetriebenen Feuerlöschkreiselpumpe und einer TS 8/16 sowie 4 Atemschutzgeräte, Schaumlöschmittel und einigen technischen Gerätschaften, ausgerüstet.

Mit der Fertigstellung der neuen Feuerwache der Stützpunktwehr in Landscheid im April 2001 ist nun eine engere Zusammenarbeit der beiden Feuerwehren Landscheid und Burg gefordert. Die beiden Wehren werden ab sofort meist über Funkalarmempfänger bei Einsätzen gleichzeitig alarmiert. Von diesem Zeitpunkt änderte sich für die FF Burg das Einsatzumfeld mit den dazugehörigen Einsatzgeräten und deren Fahrzeugen.

Im Mai 2002 wurde eine ältere vermisste Frau gesucht, im August wurde ein Weiher mit Hilfe des LF16 -TS leer gepumpt aus dem eine Leiche geborgen wurde, im September konnte anhand einer Ölsperre auf dem Mühlenteich der Burger Mühle eine größere Wasserverschmutzung verhindert werden. Dies wurde durch herausdringendes Heizöl aus einem geplatzten Füllschlauches eines Heizöllieferanten verursacht. Im November des Jahres 2002 brannte die Lagerhalle der Schreinerei Follmann aus Landscheid vollständig ab, trotzdem vier Feuerwehren im Einsatz waren. Am ersten Tag der Eröffnung am 11.12. 2002 der Autobahn A 60 ereignete sich ein schwerer Verkehrsunfall an dem die Stufe 3 des Alarm und Einsatzplanes ausgelöst wurde. Im Januar des Jahres 2003 überraschte ein schweres Hochwasser die Ortslage in Niederkail zu dem auch die FF Burg bis in die frühen Morgenstunden zum Einsatz kam. Einem totalen Abbrand einer Jagdhütte in Hof Raskop im März 2004 eine Reihe von gleichzeitig entstandenen Verkehrsunfällen auf verschiedenen Streckenabschnitten der A60, die auf plötzliche Glatteisbildung zurückzuführen sind Es folgten einige kleine Brandeinsätze bis zu einem Vollbrand eines Dachgeschosses in Binsfeld.

Bei den internationalen Feuerwehrwanderungen in Dierscheid in den Jahren 1983, 1986 und 1989 konnte die Feuerwehr Burg/Salm trotz großer Konkurrenz jeweils die höchste Teilnehmerzahl stellen, und somit den Wanderpreis „eine Glocke“ beim dritten Mal behalten.

Mit viel Eigenleistung konnte von dem Erlös des Dorffestes 1993 anlässlich der kompletten Dorfsanierung, das Tor zum Friedhof erneuert, die Bekantmachungstafel an der Kirche gestellt werden. Einen stattlichen Betrag von 2000DM konnte dem Förderverein für krebskranke Kinder überreicht werden. Für den Betrag einer Sammelaktion der zum eingeladenen ehemaligen Burger konnte eine Ruhebank mit einem gestalteten Platz errichtet werden.

Aus Anlass der goldenen Hochzeit des Ehrenbrandmeisters Mathias Follmann-Oster am 1. März 1994, errichtete die Wehr einen „Christi Himmelfahrtsbogen“, der original nach überlieferten Erzählungen nachgebaut wurde um Matthias zum Ehrenmitglied zu ernennen.

An seinem sechzigsten Geburtstag und dem damit verbundenen Eintritt in die Alterskameradschaft wurde der frühere Wehrführer, Wehrleiter der VG Wittlich-Land und stellvertretenden Kreisfeuerwehrinspektor Manfred Schönhofen zum Ehrenmitglied ernannt.

Auch in jüngster Zeit hat man sich im Hinblick auf das bevorstehende Jubiläum der aktiven Wehr und der Jugendfeuerwehr einiges an Eigeninitiative vorgenommen. Seit Beginn der Fastenzeit kommen unsere Handwerker nicht zur Ruhe. Unser „Festschuppen“ möchte man herausputzen, der in der Pacht und Verwaltung der Vereinsgemeinschaft der Burger Ortsvereine steht.

1979 wurde aus großem Interesse heraus unter der Leitung von Johann Hubert eine Jugendfeuerwehr gegründet, die bis heute ihren Einsatz zeigt. 1990 übernahmen Michael Comes und Olaf Schönhofen die Jugendarbeit, die ab 1994 von Olaf Schönhofen und Thorsten Dietz und seit 2000 von Thorsten Dietz und Michael Gierens geleitet wird. Die Jugendfeuerwehr wird seither als eine wichtige und zukunftsorientierte Jugendarbeit angesehen. Man ist stolz darauf, in einem kleinen Ort eine 18köpfige Mannschaft bei der Organisation zu halten. Nicht nur, weil hier der Gemeinschaftssinn und das Miteinander aufgebaut werden. Die Jugendlichen sind die Zukunft unser aller Bestreben. In den vierzehntägigen Treffen geht es nicht nur um das Erlernen der Grundfertigkeiten einer Feuerwehreinheit, ebenso ist die Freizeitbeschäftigung ein wichtiger Faktor. Somit nimmt die Gruppe regelmäßig an Wettkampfspielen in der Region teil. Aus dem aktuellen Übungsplan ist zu ersehen, dass es hier um mehr als eine Beschäftigung von jungen Leuten geht. Es geht vom vorbeugenden Brandschutz über Brandabwehrmaßnahmen, den dazugehörigen verschiedenen Löschmitteln bis hin zur Handhabung von Feuerlöschern. Wie sichere ich eine Unfallstelle ab, kann ich das Erlernte vom Erste Hilfe Kurs umsetzen? Wie verhalte ich mich in den verschiedensten Gruppeaktivitäten wie Fahrradtouren, bei Freizeitlagern, bei Großveranstaltungen wie das kontinuierlich besuchte Kreisfeuerwehrzeltlager, im Schwimmbad, auf der Kegelbahn und bei Brettspielen. Wie organisiert man ein Fest, wie trete ich den Medien gegenüber. Der Umweltschutz geht alle an, deshalb auch die Teilnahme am Dreck-weg-Tag. Die Jugendfeuerwehr organisiert jedes Jahr die Dorfkirmes, den Martinsumzug und beteiligt sich am dörflichen Geschehen. Bevor man das Eintrittsalter für den aktiven Dienst erreicht hat, schließt man die Jugendfeuerwehrzeit mit der Leistungsspange ab.

Vom 8. bis 15. Juli 1995 war die Feuerwehr Burg/Salm Ausrichter des 8. Kreisjugendfeuerwehrzeltlagers. 22 Jugendfeuerwehren, insgesamt ca. 300 Jugendliche, ca. 100 Ausbilder und Betreuer konnten in einem einwöchigen Zeltlager ein umfangreiches und interessantes Programm erleben. Als Erinnerung an dieses Zeltlager wurde gemeinsam ein Lindenbaum in der Ortsmitte neben dem Feuerwehrhaus gepflanzt.

Ferner ist die Feuerwehr Burg/Salm Ausrichter der Dorfkirmes Anfang Mai und veranstaltet jeweils am ersten Samstag im Dezember, eine „Nikolausparty“.

Der zum 75 jährigen Jubiläumsfest ausgerichtete 1. Spritzenwettbewerb konnte mit den befreundeten Feuerwehren der Region und den Feuerwehren aus Firmenich-Obergartzem (Kreis Euskirchen) und Kalldauen (Kreis Siegburg) bei strahlenden Sonnenschein absolviert werden. Man hat erreicht, dass man sich in der hochtechnischen Zeit einmal um die alten Gerätschaften kümmert, diese restauriert und der jungen Bevölkerung vorführt. Dies gibt aus den Anlass den Spritzenwettbewerb zum 80. Jubiläum zu wiederholen.

Regelmäßige Übungen sorgen dafür, dass der Ausbildungsstand der zur Zeit 21 freiwilligen Wehrmänner ständig auf hohem Niveau bleibt. Der Besuch von Lehrgängen außerhalb der Standortwehr wird ständig angestrebt. Nach dem Motto: “Stillstand gleich Rückstand“.

Die Wehr verfügt über Atemschutzträger, Maschinisten, Funker, Kreisausbilder, Fachkräfte für technische Unfallhilfe, Gerätewarte, Atemschutzgerätewart, vier Brandmeister und zwei Oberbrandmeister.

Die Freiwillige Feuerwehr Burg/Salm ist bestrebt, für ihre Mitbürger in der Gemeinde und darüber hinaus immer und zu jeder Zeit bereit zu sein und stellt ihre Arbeit unter das Motto:

„Gott zur Ehr, dem Nächsten zu Wehr“.